Heiner Zimmer in Alaska

Auch in seinem zweiten Teil der Weltreise berichten wir über den Bitburger Heiner Zimmer der mit dem Fahrrad unterwegs ist. Heiner war von Kanada aus nach Alaska unterwegs. Hier ein Ausschnitt aus seinem Tagebuch:

"Die weite Landschaft von Alaska mit dem Fahrrad zu durchqueren ist ein Abenteuer. Bald schon habe ich den ersten Kontakt mit einem Bären. Auf einem Campground schaue ich, wo ich mein Zelt aufbauen kann und bemerke nicht sofort das ein Grizzlybär hinter mir ist. Keine 30m von mir entfernt ist er auf dem Weg zum See. Glück gehabt er hat von mir keine Notiz genommen. An diesem Tag bin ich froh als auf dem Nebenplatz gegen Abend noch jemand mit Hund campt. Am Eingang gab es einen Hinweis und einige andere Camper haben mich auch informiert das ein Grizzlybär im Umfeld ist. Auf meinem Weg durch Alaska habe ich noch zwei Mal Bärenkontakt am Strassenrand sowie mit Fuchs, Moose und Büffeln. Es ist ungewohnt, mit der Zeit gewöhn ich mich daran und meine Angst hält sich in Grenzen. 

Auf dem Alaska Highway ist für unsere Verhältnisse nicht viel Verkehr. Am gefährlichsten sind die Lastwagen die ihre erlaubte Geschwindigkeit voll ausnutzen und mich oftmals schneiden. Leider gibt es nicht viele Nebenstrassen. Die Menschen hier sind sehr offen und suchen oft den Kontakt. Die wenigen Orte die es gibt sind klein. Ich genieße die Ruhe und Beschaulichkeit in diesem Land. Durchquere Ebenen, überquere Berge und Pässe, entlang von vielen großen Seen meistere ich 1.780km auf dem Alaska Highway bis Dawson Creek, Mile 0 des Highway.

In dieser Zeit habe ich viele schöne Begegnungen auf den Campgrounds und oft private Einladungen. Ein wunderbares Land mit kontaktfreudigen, hilfsbereiten Bewohnern. Es gibt an manchen Orten viel Moskitos und das Wetter ist unberechenbar. Ist die Sonne von Wolken verdeckt wird es spürbar kälter. So wechsle ich am Tag oft kurze Hose mit langer, Jacke an und aus oder Regenjacke. Im Großen und Ganzen hatte ich viel Glück mit dem Regen, war meistens am rechten Ort und bekam nur vom Regen erzählt. Ich treffe Radler aus vielen Nationen auf meinem Weg (England, Holland, Finnland, Japan, Taiwan, Schweiz, USA usw.).

Es passieren Dinge die würde es bei uns nicht geben. Bei meinem Stop vor Whitehorse, um meine Wasserflaschen zu füllen, komme ich mit Bill ins Gespräch und er lädt mich ein bei ihm im Haus zu übernachten. Am nächsten Tag hatte ich einen Warmshower Platz in Whitehorse, konnte den Gastgeber wie ausgemacht jedoch nicht erreichen. Übers Internet versuche ich in einem Hostel für 2-3Tage unter zu kommen, da ich eine Pause brauche. Die nächsten Tage alles ausgebucht. Bill und seine Frau Theresa sind am Wochenende mit Freunden zum Campen verabredet. Ganz spontan sagte Bill bleib einfach hier und nutze das Haus. Ich frage ob wir noch in die Stadt fahren können um Lebensmittel einzukaufen. Bill sagt, nein es ist genug im Kühlschrank und im Gefrierfach, bedien dich einfach.Ich war in einem super schönen Haus mit Wintergarten und konnte entspannt ausspannen.

Mein nächster Warmshower Platz in Svan Haven, an einem romantischen See, bei Peter war ebenso. In der Email schreibt er, das er zu der Zeit noch unterwegs sei und zwei Tage später zurück sei. Das Haus sei offen und ich soll mich wie zu Hause fühlen. Schlafplätze gäbe es zur genüge, soll mir einen aus suchen. Der Platz unter dem Dach, mit schönem Blick auf den Sonnenuntergang auf den See genieße ich. Wollte eigentlich nur eine Nacht bleiben, da ich keine Eile hab und Peter gerne kennen lernen möchte bleibe ich bis er zurück ist. Beim gemeinsam zubereiteten Dinner haben wir viel aus zu tauschen und zu erzählen.

Im Umkreis wo ich jetzt bin gab es die letzten Tage zwei ungeklärte Morde. Oft werde ich gewarnt und aufgefordert vorsichtig zu sein. Es war kein gutes Gefühl jetzt in der Wildnis unterwegs zu sein...."

Fotos: Heiner Zimmer

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