Deutschlands verlorene Kinder – Ein Blick ins Kinderzimmer

Vortragsabend mit Bernd Siggelkow, Gründer von „Die Arche“ e.V.

Der Gründer und Vorstand des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“ e.V. aus Berlin, Bernd Siggelkow, ist am Freitag, 22. November auf Einladung der Evangelisch freien Gemeinde zu Gast in Prüm.

„Kinder stark machen fürs Leben“, dieser Leitgedanke treibt Siggelkow seit Eröffnung des ersten Arche-Hauses in Berlin-Hellersdorf an. Heute, fast 25 Jahre später, ist „Die Arche“ an 26 Standorte vertreten. Dabei würde Siggelkow am liebsten alle Häuser lieber heute als morgen schließen. Denn wenn keine Armut unter Kindern in Deutschland vorhanden wäre, dann bräuchte es die Einrichtungen seines Vereins nicht.

„Von Armut sind vor allem Alleinerziehende und Kinder betroffen. Es wird jedes Jahr schlimmer“, sagt Siggelkow, der selber Vater von sechs Kindern ist. Die Armut in Deutschland, die so gerne ausgeblendet wird, hat viele Gesichter. Armut von Familien mit Kindern gilt in Deutschland als eines der größten sozialpolitischen Probleme. „Nichts zu haben, bedeutet oft, alleine zu sein oder unter sich zu bleiben. Die Kinder, die in solche Verhältnisse hineingeboren werden, wachsen mit Perspektivlosigkeit auf. Sie kennen nichts anderes, als mit dem Mangel leben zu müssen. Armut bedeutet für sie zudem weniger Bildungschancen zu haben, da sie weniger Fördermöglichkeiten erhalten. An den Standorten der Arche sehen wir seit Jahren, dass vor allem bei Alleinerziehenden die Perspektivlosigkeit auf die Kinder übergreift“.

Neben finanzieller Armut leiden viele Menschen, und ganz besonders die Kinder, an emotionaler Armut. Den Kindern fehlt es oft an festen Familienstrukturen. Zudem erfahren sie schon früh, dass es Anerkennung und Liebe nur gegen Leistung gibt. Bedingungslos geliebt zu sein, dass vermissen viele Menschen, besonders die Jüngsten. Die Arche über sich selbst: „Der Schlüssel zum Herzen eines Kindes sind Liebe und Beziehung. In der Arche erleben Kinder Wertschätzung und Vertrauen – unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund“.

„Ich habe Bernd Siggelkow das erste Mal bei einer christlichen Männertagung in Wiedenest live gehört und seine Worte haben mich sehr bewegt“, erzählt Dirk Staudinger, Pastor der einladenden Evangelisch freien Gemeinde Prüm und selbst Vater von vier Kindern. „Er hat uns viel zu sagen, was wir in unserem Alltag verinnerlichen können und somit ein Stück zur Verbesserung auch in unserer Region beitragen können. Auch wenn die Armut hier in der Eifel vielleicht nicht so offensichtlich ist wie in Berlin oder anderen Städten, so ist sie da. Finanziell wie emotional“.

Bernd Siggelkow spricht in seinem Vortrag im Gemeindezentrum der EfG, Gondenbretter Weg 2 in Prüm, über Kinderarmut in Deutschland, über sein Projekt „Die Arche“ und über seinen christlichen Glauben. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für den Verein „Die Arche“ e.V. und für Prümer Kinderhilfseinrichtungen wird gebeten.

 

Zur Person

Bernd Siggelkow, Gründer und Vorstand des christlichen Kinder- und Jugendwerks "Die ARCHE" e.V.

Bernd Siggelkow, geboren und aufgewachsen auf St.Pauli, ist ausgebildeter Theologe und war mehrere Jahre als Jugendpastor tätig. 1995 gründete er in Berlin-Hellersdorf das christliche Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem „Bundesverdienstkreuz“ und dem „Verdienstorden des Landes Berlin“ ausgezeichnet. Zudem veröffentlichte er bereits mehrere Bücher zum Thema Kinderarmut sowie seine Biografie „Papa Bernd“. Bernd Siggelkow ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.

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Bernd Siggelkow spricht in Prüm über Kinderarmut in Deutschland, sein Projekt „Die Arche“ und über seinen christlichen Glauben. Foto: Die Arche e.V., Berlin